Rabattierte Schreiberlinge

Rabattierte Schreiberlinge

Unabhängig davon, wie man nun zur Kredit- und Medienaffäre von Bundespräsident Christian Wulff steht, fand ich eben auf der Achse des Guten einen interessanten Beitrag von Rainer Schulze. Dort fordert er insbesondere den Chefredakteur des Magazins DER SPIEGEL, Georg Mascolo, dazu auf, die den SPIEGEL-Journalisten gewährten Rabatte offen zu legen. Das Redakteure, vor allem solche von Fachzeitschriften, Produkte zum Testen gestellt bekommen, war mir klar, dass es gleichzeitig aber ein weit verzweigtes Rabattsystem speziell für Journalisten gibt, dass nicht. Im ersten Moment konnte ich mir gar nicht so recht vorstellen, was damit gemeint sein könnte und ob es so etwas überhaupt in großem Stil geben könnte.

Ein Internetsuche nach Presserabatt führte dann aber gleich zu einem großen Online-Verzeichnis von Journalistenrabatten aus allen erdenklichen Bereichen. Manche Firmen vergeben die Rabatte nur an Journalisten, die sich auch mit dem Themengebiet befassen, bspw. Cinemaxx für Filmkritiker, vielen reicht aber auch einfach nur die Vorlage des Presseausweises um Rabatte von bis zu 30% (bspw. bei AVM) zu erhalten.

Natürlich bedeutet die Wahrnehmung eines Rabatts noch lange nicht, dass man sich davon beeinflussen lässt, aber auch dem Bundespräsidenten konnte noch niemand nachweisen, für den günstigen Privatkredit eine Gegenleistung erbracht zu haben. Genausowenig sollte man nun auf Grund der Presserabatte auf die Idee kommen, alle Journalisten seien gekauft, auch dort gibt es Selbstkritik. Amüsant ist es aber schon, dass die Zunft, die am kräftigsten auf den Präsidenten einhaut, auch über ein bundesweites Rabattnetzwerk verfügt.

Wie Rainer Schulze schon schreibt wäre es wirklich einmal interessant zu wissen, was das Rabattsystem den SPIEGEL-Mitarbeitern so einbringt, und natürlich nicht nur denen. Ganz egal, wie man nun zu Wulff steht..


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