Edinburgh: Sperrstunde

Edinburgh: Sperrstunde

Pub in Edinburgh

Pub in Edinburgh

Laengst tot geglaubte Traditionen leben manchmal laenger als man denkt, und sei es auch nur aus Nostalgie. Absurd wird es allerdings dann, wenn Traditionen ueberleben, fuer deren Abschaffung jahrelang gekaempft wurde. Irritiert trifft man dann auf Zustaende, die man nicht mehr fuer moeglich gehalten haette, vor allem in sonst immer so auf ihre Freiheit und Liberalitaet bedachten Laendern.

Um 22:15 Uhr in Edinburgh gelandet waren das erste Ziel nach dem Beziehen der Unterkunft die oertlichen Pubs, die es, samt Live-Musik, wie Sand am Meer gibt. Wir hatten dann gerade das erste Getraenk (Cider) am Hals, als eine furchterregende Glocke gelaeutet wurde, die die letzte moegliche Runde bekanntgab. Zuerst dachten wir, dass sei nur eine Art nostalgisches Totengelaeut auf die Sperrstunde, bis wir feststellen mussten, dass sie es ernst meinten. Und sie meinten es nicht nur in diesem Pub ernst. Als wir danach durch die Stadt liefen hatte kaum noch etwas geoeffnet, nur ganz ganz vereinzelt schienen sich Wirte um die seit 2005 moegliche Sondergenehmigung bemueht zu haben, die es erlaubt, 24 Stunden geoeffnet zu haben.

Fuer Westfalen und sonstige Deutsche ist das eher eine Zumutung, geht man zu hause Samstags ja quasi nicht vor zehn Uhr los. Hier war dann schon um elf bis eins Schluss. Wobei ich mir sicher bin, dass man bei genauerer Ortskenntnis schon noch etwas gefunden haette. Erlaubt ist es also mittlerweile, aber das Feierverhalten passt sich scheinbar nicht so schnell an. Ich habe, abgesehen vom Oktoberfest in Muenchen, selten so viele betrunkene Menschen zu so frueher Stunde gesehen. Am naechsten Tag haben wir uns dann den oertlichen Gepflogenheiten angepasst und sind auch frueher raus. Wenn man schnell genug trinkt, kann man schon was schaffen….


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