Sternstunde von Demokratie- und Debattenverständnis

Sternstunde von Demokratie- und Debattenverständnis

Da sind sie wieder unterwegs, Teile der zukünftigen akademischen „Elite“ Deutschlands. Ach nee, Deutschland wollen die ja nicht. Aber das Niederschreien eines demokratisch legitimierten Ministers (hier dem der Verteidigung) hätten RFB und SA anno dazumal auch nicht besser hinbekommen.

Zum Hintergrund

Verteidigungsminister Thomas de Maizière sollte/wollte am 10. April 2013 an der Humboldt-Universität zu Berlin einen Vortrag mit anschließender Diskussion halten. Thema war  die „Rolle der Bundeswehr in der Gesellschaft: ‚Armee der Einheit – Der Beitrag der Bundeswehr zum gesellschaftlichen Zusammenhalt‘“. Nach dreißig Minuten musste der Minister dieses Vorhaben allerdings aufgeben, weil eine Gruppe ganz mutiger linker Studenten die Veranstaltung dermaßen durch Sprechchöre und andere Aktionen, unter anderem ein Die-In (Anspielung auf Sit-In, nur dass man sich dann noch tot stellt), störten, dass an eine Durchführung nicht zu denken war.

Der Präsident der HU, Prof. Dr. Olbertz, fand das ganze zwar nicht sonderlich demokratisch und dem universitären Disputgedanken abträglich, begrüßte aber gleichzeitig die dezidiert antimilitärische Haltung der Studierenden und teilt ihre Sorgen und Ängste. Da die Mehrheit der Studierenden ebenfalls so empfunden habe wie er, sei es aber vielleicht doch eine ganz lehrreiche Veranstaltung gewesen.

Das ist ja alles ganz nett. Fragt sich nur, welche Sorgen und Ängste der Herr Präsident denn nun mit den Studierenden teilt. Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, über ihren Einsatz entscheidet der deutsche Bundestag. Viel demokratischer kann eine Armee kaum noch verfasst sein. Aber wie sich die Linke die Demokratie vorstellt hat sie hier ja zur Genüge bewiesen.

Die kommunistische Neue Rheinische Zeitung feiert das Ganze im besten Neusprech übrigens als Sternstunde für Frieden, Freiheit und Demokratie. So sehen sich die Helden von Berlin wahrscheinlich auch selbst, immerhin haben sie es dem Kriegsminister (sic!) mal so richtig gezeigt, ganz in der Tradition ihrer Großeltern vor über 80 Jahren…


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