Wissen korrumpiert nur

Wissen korrumpiert nur

Wissen korrumpiert nur

Zu viel Wissen, insbesondere in den MINT-Fächern, muss korrumpierend wirken. Man kann diesen Menschen nicht trauen, denn sie trachten ständig danach, das düstere Weltbild schön zu färben. Dazu sind Wissenschaftler aus diesen Bereichen höchstwahrscheinlich auf irgendeine Art und Weise mit der Industrie verbandelt, der sie zuarbeiten und die ihre Erkenntnisse gerne in Produkte umsetzt.

Woran kann es aber liegen, dass insbesondere die öffentlich-rechtlichen Medien, aber auch viele andere Medienvertreter, ein dermaßen schwieriges Verhältnis zu MINT-Wissenschaftlern an den Tag legen? Hoffentlich nicht daran, dass Journalisten, die meistens eine geisteswissenschaftliche Ausbildung haben, im neuen Nützlichkeitsgeist der Bologna-Reformen an ihren Kollegen rächen wollen.

In Max Planck Forschung I.2013, dem Wissenschaftsmagazin der Max-Planck-Gesellschaft, schreibt Dr. Marion Esch über den Mangel an MINT-Berufen in fiktionalen Produktionen im deutschen Fernsehen. Die dort zitierten Aussagen von Programmverantwortlichen zeichnen ein düsteres Bild von deren Ein- und Wertschätzungen naturwissenschaftlicher Berufe. Sie werden schon fast als unethisch  und von geringem gesellschaftlichem Nutzen dargestellt. Da wundert es kaum, dass die Kollegen in den nicht-fiktionalen Sparten ein ähnliches Bild davon hegen und pflegen.

Wenn Wissen wirklich als etwas korrumpierendes angesehen und dargestellt wird, vor allem wenn es um naturwissenschaftliche Fächer geht, dann muss man sich nicht wundern, wenn kaum jemand in diesen Bereichen ein Studium aufnehmen möchte.

Viel schlimmer ist aber die augenscheinliche Verachtung und Geringschätzung dieser Wissenschaftsbereiche, bis hin zu der nicht ausgesprochenen Unterstellung, Wissen würde die Menschen hier korrumpieren und sie zu klischeehaften Wissenschaftsmonstern machen, deren Forschung die Welt zerstört. Darunter leidet nicht nur die Kernphysik sondern auch viele andere Gebiete wie Nano- und Gentechnik.

Nicht umsonst hat die neue rot-grüne Landesregierung in Niedersachsen gleich als erstes ein Genforschungsprojekt an niedersächsischen Schulen beendet. Die Schüler könnten ja noch vom Wissen korrumpiert werden.

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