Schottland, Schottland

Schottland, Schottland

Edinburgh bei Nacht

Edinburgh bei Nacht

Schottland ist nicht England, auch wenn es auf der gleichen Insel liegt. Schotten mag diese Feststellung absolut klar sein. Ausländer und Besucher unterscheiden vorher vielleicht nicht so sehr zwischen den Landesteilen des Vereinigten Königreichs. Und so wundert es auch nicht, dass es in Schottland Bestrebungen gibt, sich vom Vereinigten Königreich loszulösen. Schottland ist anders. Irgendwie auch schöner, und mit einem tollen Akzent im Englischen.

In Edinburgh, der Hauptstadt, ist alles schottisch und alles was wichtig ist, hat Scot im Namen. Noch mag der Union Jack über Edinburgh Castle im Wind wehen, aber der bei vielen Schotten vorhandene Drang nach Unabhängigkeit ist überall zu spüren. In der Sprache, den Monumenten und in den alltäglichen Dingen. Auf den Zeitungen steht stolz Printed in Scotland, das Pfund wird von der Bank of Scotland ausgegeben und die Stadt ist voller Souvenirläden die fast alle auf Namen wie Pride of Scotland hören.

Schottland, England und Wales verhalten sich ein wenig wie Deutschland, Österreich und die Schweiz. Man spricht eine gemeinsame Sprache und teilt eine gemeinsame Geschichte, aber es sind doch eigene Länder mit eigenem Selbstverständnis. Nationen definieren sich eben doch vor allem durch eine Kultur die die jeweiligen Bewohner teilen. Es sind nicht so sehr Wirtschaft und Politik, die ein Nationalbewusstsein ausmachen, das sich auch nicht von oben aufdiktieren lässt. Die Schotten haben, wie die anderen Inselvölker, einen erfrischend lockeren Umgang mit ihrem Patriotismus. Obwohl es gerade in Edinburgh von nationalen Symbolen wimmelt legt sich da keine Schwere aufs Gemüt, wie es in Deutschland bei diesem Thema meist vorkommt, wo viele bei solchen Themen eher peinlich berührt sind.

Dazu kommen freundliche Menschen, die es auch noch dann sind, wenn sie in offizieller Funktion, oder aber auch als Busfahrer unterwegs sind. Kleines Beispiel: hat man bei Busfahrern und anderem Personal im ÖPNV eher das Gefühl, dass man ihrer Gnade danken muss, dass sie einen mitnehmen, hatte man in Schottland immer das Gefühl, dass sie sich freuen, dass man bei ihnen mitfährt.

Zum Schluss noch ein kleines Zitat:

For so long as but a hundred of us remain alive, we will in no way yield ourselves to the dominion of the English. For it is not for glory, nor riches, nor honour that we fight, but for Freedom, which no good man lays down but with his life. (Declaration of Arbroath, 1302)

Declaration of Arborath

Declaration of Arborath

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