Talibanische Planwirtschaft

Talibanische Planwirtschaft

Bei einem Raketenangriff von Talibankämpfern auf Ghazni in Afghanistan ist ein junges Mädchen gestorben, was in Afghanistan ja leider nichts ungewöhnliches ist. Sehr wohl ungewöhnlich sind aber die angeblichen Umstände unter denen es zu diesem Angriff kam.

„Diese Leute, die wir für uns gewinnen konnten und diese Leute, die Kontakt mit uns hatten, wollten keine Raketen auf diese muslimische Stadt abschießen“, erklärt Akbarzada (der Gouverneur von Ghazni), „aber sie waren unter Druck von ihrer Kommandozentrale. Sie haben Kontakt mit mir aufgenommen, und ich habe ihnen gesagt, dass sie besonders vorsichtig sein sollen und dass es dann in Ordnung ist, ein paar Raketen auf die Stadt abzufeuern.“ Quelle: WELT ONLINE


Die Taliban konnten also scheinbar das geplante Raketensoll nicht auf Ghazni verschießen, weil sie nicht mehr auf eine muslimische Stadt schießen wollten, und weil eine christliche Stadt dummerweise nicht in Reichweite lag. Während man in sozialistischen Planwirtschaften wie in der DDR einfach die passenden Zahlen für die Öffentlichkeit erfunden hat, mussten die armen Taliban aber doch etwas unternehmen. In Absprache mit dem Provinzgouverneur hat man nun also ein paar Plansollraketen verschossen, denen dummerweise ein kleines Mädchen zum Opfer fiel.

Die Taliban behaupten übrigens, dass es eine solche Absprache nicht gäbe und das es im Krieg nun mal zu Kollateralschäden kommen könne. Durch Taliban verursachte Kollateralschäden sind dabei natürlich bei weitem nicht so schlimm wie solche, die durch ISAF- und OEF-Kräfte verursacht werden….


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