Einseitige Freundschaft

Einseitige Freundschaft

Seine Freunde kann man sich aussuchen, seine Familien nicht; weiß der Volksmund. Nur stimmt das auch nicht immer, aber nicht was die Familie angeht, sondern die Freunde. Denn es gibt auch Menschen, die einfach einseitig eine Freundschaft erklären, ob man nun will oder nicht. Sich dessen zu erwehren bleibt schwer, manchmal schwerer als vor der eigenen Familie zu flüchten. Diese Erfahrung muss auch immer wieder der Staat Israel machen.

Israel wird von einem Haufen selbsternannter Freunde belagert, die es natürlich nur gut mit ihm meinen und aus ihrer Freundschaft die Verpflichtung ableiten, sich intensiv mit ihm zu beschäftigen. Bei jeder Kritik von ihnen an ihrem Freund Israel kommt der unvermeidliche Hinweis, dass man es ja gut meine, weil man ja ein großer Freund sei. Warum man jetzt ausgerechnet seinen Freunden gegenüber besonders kritisch sein muss bleibt dabei schleierhaft. Bei der Einstellung fragt sich, ob die im realen Leben viele echte Freunde haben, die mit der Freundschaft auch einverstanden sind.

Denn normalerweise gehören zu einer Freundschaft ja immer mindestens zwei, die eine ähnliche Art von Zuneigung empfinden. Natürlich gibt es im Leben immer wieder mal penetrante Spinner, die überall erzählen, wie gut sie mit einem befreundet seien und das vielleicht sogar selber glauben.

Eine Freundschaft beinhaltet normalerweise ein tieferes gegenseitiges Verständnis, und in romantischer Weise auch, dass man in schwierigen Zeiten füreinander einsteht. Die selbsternannten Freunde nutzen jede Schwierigkeit aber lediglich dazu, sich moralisch über den „Freund“ zu erheben, anstatt ihm zur Seite zur stehen. Das ist eher Mobbing als Freundschaft.

Meist hat man das Glück, dass die Umwelt erkennt, ob es sich um echte oder nur vermeintliche Freunde handelt. Israel hat allerdings das Pech, dass es eine ganze Gruppe von sich selbst bestätigenden selbst ernannten Freunden gibt, die es wirklich toternst meinen. Die beste Reaktion solchen Leuten gegenüber ist meist, sie einfach zu ignorieren.

Die Deutschen leiten aus ihrer Geschichte ja ein ganz besonderes Verhältnis zum Staat Israel ab. Das mag auch die vielen Freunde erklären, die sich so intensiv mit Israel beschäftigen. Der Volksmund weiß aber noch etwas:

Wer solche Freunde hat, der braucht keine Feinde mehr..


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