Obama gewählt, keine Kriegserklärung…

Obama gewählt, keine Kriegserklärung…

Da haben wir ja noch mal Glück gehabt, dass die US-Amerikaner sich die dringenden Ratschläge der überwältigenden Mehrheit der Europäer und insbesondere der Deutschen zu Herzen genommen haben, und einen Sieg Mitt Romneys verhindert haben. Denn darum ging es den Experten aus der alten Welt ja vor allem: Romney verhindern. Welche großen Fortschritte Obama denn erreicht habe, können die wenigsten aufzählen, aber dass Romney nicht gewinnen darf, dass wussten sie alle. Bei manchen hatte man das Gefühl, am liebsten würden sie nach einem Republikanersieg eine Kriegserklärung aussprechen.

In Deutschland gewinnt man mittlerweile den Eindruck, dass die meisten nicht zwischen den Republikanern in Deutschland und denen in den USA unterscheiden können. Die wenigsten haben ja schon Ahnung von deutscher Politik, sind aber auf jeden Fall Experten für all die Themen, die zur Zeit in den USA relevant sind. Es ist natürlich auch praktisch für einen Kandidaten sein zu können, dessen Entscheidungen einen am Ende so gut wie nicht tangieren.

Natürlich ist das auch ein kulturelles Problem, man versteht sich einfach nicht. Tom Hanks versteht das Konzept und den Humor deutscher Fernsehsendungen nicht, und die Deutschen verstehen die amerikanische Politik nicht, fühlen sich aber wohler, wenn sie für den Kandidaten der Demokraten stimmen könnten. Dabei sind gerade die Deutschen mit republikanischen Präsidenten nicht schlecht gefahren, man denke an George H. W. Bush, der mit entscheident zum Gelingen der Wiedervereinigung beigetragen hat, gegen die Widerstände von Franzosen und Briten. Auch wären die finanzpolitischen Vorstellungen eines Romney, gerade was das Sparen anginge, näher an der deutschen Position als die eines Obama, der unverholen forderte, Deutschland möge doch bitte mehr Geld in Konjunkturprogrammen verbrennen.

Abseits davon bin ich froh, dass es am Ende vielleicht doch Obama geworden ist, was die Europäer davon abhält, wieder in alte Klischees zu verfallen, die Amerikaner für minderbemittelte Idioten zu halten, die zu dumm sind, sich dem weisen Rat der alten Welt anzuschließen. Außerdem ist es Sache der Amerikaner, wen sie sich zum Präsidenten wählen – wir würden es auch nicht schön finden, wenn uns alle Welt mit erhobenem Zeigefinger mahnen würde, einen bestimmten Kandidaten zu wählen, nur damit sich der Rest der Welt wohl fühlt – auch wenn Romney von vielen zum Dämon stilisiert wurde…

Ansonsten bin ich froh, dass es mittlerweile vorbei ist, dass Ganze brachte ja sogar Kinder zum Heulen…

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Ein Kommentar zu „Obama gewählt, keine Kriegserklärung… Kommentare-Feed

Romney wäre zwar kein Dämon geworden aber Obama ist leider auch kein Heiliger. Die USA haben weniger mit ihren Präsidenten und Parteien zu kämpfen als mit eingebrannten Strukturen, die echten Wandel in irgendeine Richtung verhindern.


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