GreenTec Awards und Partner schießen sich ins eigene Knie

GreenTec Awards und Partner schießen sich ins eigene Knie

Die Jury

Immer wieder verweisen die Verleiher auf ihre so hochkarätig besetzte Jury, die ja letztendlich die Entscheidung getroffen hätte, hinter der man auch vollstens stehen würde – nachdem man mal kurz die Regeln geändert hat. In dieser aus 54 Personen bestehenden Jury gibt es 11 Wissenschaftler, von denen sechs im Bereich der so genannten erneuerbaren Energien forschen. Die fünf anderen sind auch nicht im Bereich Atomphysik bewandert – was natürlich auch nicht verwunderlich ist, wenn man ja eh grundsätzlich gegen jegliche Form von Atomkraft ist. 12 Mitglieder kommen aus den Bereichen Kultur, Medien und Sport; die restlichen 31 sind aus der Wirtschaft oder sonstigen Organisationen, zumeist von den Kooperationspartnern des Preises.

Diese Jury traut sich nun also zu, dass DFR-Konzept im Schnelldurchlauf bewerten zu können, was dann zu der Abkanzelung führt. Da man ja aber sowieso gegen Atomkraft ist braucht man auch keine Wissenschaftler aus diesem Bereich und die 11 vorhandenen reichen ja zum wissenschaftlichen Anstrich aus.

Warum dieser ganze Zirkus?

Das ist die große Frage. Warum machen es sich die Preisverleiher so unglaublich schwer und beschädigen ihren Preis, indem sie ihn durch das Ignorieren der Nutzerabstimmung der Unglaubwürdigkeit preisgeben.

Wenn man kategorisch gegen jegliche Form der Atomkraftnutzung ist, warum hat man das IFK mit seinem DFR dann überhaupt erst zugelassen? Da hätte doch schon der Name, Institut für Festkörper-Kernphysik, zum sofortigen Wurf der Bewerbung in den Papierkorb führen müssen.

Eine echte Chance auf den Gewinn der Kategorie wird man sich am IFK beim Anblick der Jury-Mitglieder wahrscheinlich ohnehin nicht ausgerechnet haben. Aber der Gewinn der Abstimmung ist natürlich ein Achtungserfolg und zeigt, dass bei weitem nicht alle Menschen generell gegen Kernkraft sind (auch wenn solch eine Abstimmung natürlich nicht repräsentativ ist). Mit 20% hatte man sich ja mit 7% Vorsprung auf den Zweitplatzierten klar qualifiziert.

Die Jury konnte ja auch immer noch einem der beiden anderen Nominierten den Preis zusprechen, was ja rechtens und regelkonform gewesen wäre. Alle wären glücklich gewesen. Das IFK hätte zumindest die Internetabstimmung gewonnen, aber die um so viel intelligentere und ja hochkarätig besetzte Jury hätte es halt besser gewusst. Problem gelöst, oder nicht?

Da wäre zwar immer noch der Achtungserfolg gewesen und dass Vorstellungsvideo wäre auf der Gala gelaufen, aber dass hätte die grüne Medien- und Kulturelite auf dem grünen Teppich wohl kaum der Gefahr ausgesetzt, auf einmal zu Atomkraftbefürworten zu mutieren.

Die grüne Bewegung und das Volk

Solche Preise sollen ja eine Botschaft aussenden und durch ihren medialen Verbreitungseffekt Einfluss auf die öffentliche Meinung nehmen. Nicht umsonst gibt es neben der Jury auch noch 49 Botschafter aus dem Medien- und Kulturbetrieb.

Wenn man sich nun immer gegenseitig selbst bestätigt könnte man vielleicht zu der Idee gelangen, dass der Rest der Welt die Dinge ebenso sieht wie man selbst. Man selbst hätte dem DFR ja nie die Stimme gegeben, wieso also nicht das Projekt gnädig aufnehmen und dann schon in der Online-Abstimmung mit minimalen Prozenten abstrafen lassen. So hätte man schön zeigen können, dass man offen für alles ist, aber dass die Mehrheit ja hinter den eigenen Ansichten steht.

Der Schuss ging wohl gewaltig nach hinten los, oder direkt ins eigene Knie.

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